Aktuelles aus dem Kanton Freiburg

Racial Profiling bei einem Jugendlichen am Bahnhof Freiburg

05.12.18

Drei Jugendliche wurden am Bahnhof Freiburg von der Polizei angehalten. Sie wurden in eine Kabine gebracht und dort durchsucht. Einer der Jugendlichen beklagte sich danach über die unangenehme Behandlung, die sein Recht auf Gleichbehandlung und Abwehr verletzt habe. Die Mutter des Jugendlichen, die nicht informiert worden war, erkundigte sich daraufhin beider Polizei, welche gesetzliche Grundlage die Durchsuchung und Befragung eines Minderjährigen erlaube.

Zeitungs artikel «J’ai fait l’objet d’un délit de faciès», erschienen am 15. Oktober 2018 in der Tageszeitung La Liberté.
 

Holocaust-Leugner wegen Rassendiskriminierung verurteilt

19.11.18

Das Gericht Siders im Wallis hat einen Walliser Holocaust-Leugner zu einer Geldstrafe von 140 Tagessätzen unbedingt verurteilt. Er hatte die Gaskammern der Nazis in Zweifel gezogen.

Siehe Zeitungsartikel "Un révisionniste condamné", erschienen am 9. Oktober 2018 in der Tageszeitung La Liberté.
 

Religiöse Toleranz

18.102018

Der SchweizerischeIsraelitische Gemeindebund, die Plattform der Liberalen Juden der Schweiz unddie Föderation Islamischer Dachorganisationen Schweiz rufen Muslime, Juden undalle Einwohnerinnen und Einwohner der Schweiz zu gegenseitigem Respekt auf.

Artikel "Juifs et musulmans en appellent au respect mutuel", erschienen am 6. Oktober2018 in der Tageszeitung La Liberté.

 

Fahrende werden immer noch mit Vorurteilen konfrontiert

30.08.18

Fahrende in der Schweiz sind eine nationale Schweizer Minderheit mit einer eigenen Sprache und eigenen Bräuchen. Sie haben in der Schweiz während mehreren Jahrzehnten verschiedene Formen der Verfolgung erlitten. Dennoch bestehen die Vorurteile gegen sie bis heute im kollektiven Unbewusstsein weiter und werden auch in den Medien weiter verbreitet.

Eine stigmatisierende Veröffentlichung in Form einer Warnung an die Bevölkerung ist am 12. Juni 2017 in zwei regionalen Zeitungen erschienen.

In seinemEntscheid vom 10. November 2017 vertritt der Generalstaatsanwalt die Ansicht, es liege keine Verletzung der Menschenwürde vor, und tritt nichtauf die Strafanzeige ein, die ein Mitglied der Schweizerischen Gemeinschaft derSinti und Jenischen eingereicht hatte. Der Generalstaatsanwalt fragt sichjedoch «ob es angebracht sei, eine solche Anzeige, die sich explizit auf einzweifelhaftes Erkennungszeichenbezieht, zu veröffentlichen. Die Verwendung dieses Merkmals, einzig aufgrund der ethnischenZugehörigkeit, erscheint tatsächlich sehr stossend und lässt sich schwerrechtfertigen.»

Artikel "Il n’y a pas eu d’atteinte à la dignité",erschienen am 15. November 2017 in der Tageszeitung La Liberté

"Yéniches, Sintis ou Roms seraient de plus en plus discriminés en Suisse" auf RTSinfo.ch vom 7. September 2017

Ein Jenischer, der auf grundder oben erwähnten, umstrittenen Anzeige einen Teil seiner Kundschaft verlor,hat beim Kantonsgericht Beschwerde gegen diesen Entscheid eingereicht. Die Beschwerde wurde abgewiesen und der Entscheid der Staatsanwaltschaft bestätigt. Gemäss der obersten kantonalen Instanz:

- stelle der Text in Form einer Warnung an die Bevölkerung trotz seiner Kritik würdigkeit «keinen Aufruf zu Hass und auch keine rassistische Propaganda» dar, die nach Artikel 261bis des Schweizerische Strafgesetzbuchs strafbar wären;

- könne der Beschwerdeführer nicht als klagende Partei auftreten, weil die stigmatisierende Anzeige nicht direkt auf ihn abzielte und ihn deshalb nur indirekt betroffen habe.

Siehe Artikel "Il n’était pas directement visé", erschienen am 24. Juli 2018 in der Tageszeitung La Liberté

Als Reaktion auf den Entscheid des Kantonsgerichts veröffentlichte die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) mit Sitz in Bern eine Stellungnahme, in der sie kritisiert, dass die Hürden, die Betroffene überwinden müssen, um vor Gericht Recht zu erhalten,in der Schweiz sehr hoch seien. Die Bedingungen dafür, dass geschädigte Personen und Opfer rassistischer Handlungen als klagende Partei auf treten könnten, stellten dabei fast unüberwindbare Hindernisse dar. Demzufolge werde die Wirksamkeit der Rassismusstrafnorm empfindlich geschwächt.

Siehe Medienmitteilung mit dem Titel "Freiburger Kantonsgericht lehnt Rassismus-Klage gegen Freiburger Berufsverbände und Tageszeitungen ab" der Gesellschaft für bedrohte Völker vom 17. August 2018

Andere Entscheidungen:

Eine Freiburger Richterin wurde infolge von Äusserungen, mit welchen sie Zwangsmassnahmen gegen Jenische in der Vergangenheit rechtfertigte, für befangen erklärt.

 

Verband Swiss Athletics schliesst Freiburger Leichtathlet von EM-Aufgebot aus und eröffnet «Disziplinarverfahren» wegen Rassismus

20.08.2018

Der Verband Swiss Athletics hat den Leichtathleten Pascal Mancini aus Estavayer vom Schweizer EM-Aufgebot ausgeschlossen und ihm «mit sofortiger Wirkung» die Lizenz entzogen, weil er auf seiner Facebook-Seite streitbare Beiträge mit rechtsextremem Gedankengut gepostet hatte. Damit hat er sowohl gegen den Verhaltenskodex von Swiss Athletics wie auch gegen eine mit dem Verband unterzeichnete Vereinbarung verstossen. Es wurde ausserdem ein «Disziplinarverfahren» gegen ihn eröffnet.

Siehe Zeitungsartikel zum Thema:


• Le Temps

https://www.letemps.ch/sport/sport-virage-glissant-vers-lextreme-droite

https://www.letemps.ch/sport/pascal-mancini-prive-licence-contributions-dextreme-droite

• La Liberté

https://www.laliberte.ch/news/sports/athletisme/en-arriver-la-etait-inevitable-449300

https://www.laliberte.ch/info-regionale/athletisme/pascal-mancini-interdit-de-competition-449233

https://www.laliberte.ch/info-regionale/pascal-mancini-prive-de-relais-449121

• Freiburger Nachrichten

https://www.freiburger-nachrichten.ch/leichtathletik/rechts-liegengelassen

https://www.freiburger-nachrichten.ch/leichtathletik/seit-jahren-ein-tanz-auf-der-rasierklinge

https://www.freiburger-nachrichten.ch/keine-navigation/pascal-mancini-darf-nicht-die-em

• La Tribune de Genève

https://www.tdg.ch/sports/autres/Meuwly-Mancini-perd-en-credibilite/story/16436172

 

Lehrmittel gegen Rassismus und Diskriminierung

20.08.2018

REPER und «Respekt für alle» haben mit Unterstützung der IMR und der Direktion für Erziehung, Kultur und Sport ein Lehrmittel gegen Rassismus und Diskriminierung entwickelt. Ziel des Hilfsmittels ist die Förderung einer antirassistischen Erziehung und die Entwicklung von Zivilcourage. Das Lehrmittel behandelt die Definition von Rassismus und dessen geschichtlichen Hintergrund sowie die Entstehung von Vorurteilen. Es enthält verschiedene Übungen, die im schulischen Rahmen in Zusammenhang mit dem Film «Le Regard de l’Autre» von Stéphane Boschung eingesetzt werden können.

Siehe Zeitungsartikel: "Aller au-delà des clichés", erschienen am 19. Juni 2018 in der Tageszeitung La Liberté.

 

Racial Profiling im Kanton Freiburg

03.05.2018

Die Problematik des Racial Profiling soll in der Polizeiausbildung mehr Gewichterhalten.

Artikel "La formation de la police en question", erschienen am 28. März 2018 in der Tageszeitung La Liberté

Siehe auch:

Ein Klient von "Respekt für alle" berichtet von seiner diskrimierenden Erfahrung bei einer Personenkontrolle der Polizei.

Seinen Erlebnisbericht finden sie auf der Website www.stop-racial-profiling.ch

 

Freiburg – Ein Zentrum jenischen Lebens

03.05.2018

Vom 9. bis 12. August 2018 findet in Freiburg auf der Wiese der Grossrahmengasse am Ufer der Saane die Feckerchilbi statt. Das Treffen der Sinti und Jenischen findet in der Schweiz seit mehreren hundert Jahren statt. Die Chilbi ist eine Einladung an die Bevölkerung, die Kultur der nationalen Minderheiten der Jenischen, Sinti und Roma kennenzulernen, und soll die Zugehörigkeit dieser Bevölkerungsgruppen zu beiden Landesteilen aufzeigen.

Weitere Informationen: Feckerchilbi 2018 in Freiburg

Artikel "Freiburg– ein Zentrum jenischen Lebens", erschienen am 6. April 2018 in der Tageszeitung Freiburger Nachrichten.

 

Auswertungsbericht 2017 des Beratungsnetzes für Rassismusopfer

03.05.2018

Das Beratungsnetz für Rassismusopfer hat seinen Auswertungsbericht für das Jahr2017 veröffentlicht. Ausgewertet wurden 301 Fälle rassistischer Diskriminierung, die von den 27 Mitgliederstellen des Netzwerks erfasstwurden. Der Bericht bestätigt, dass die Arbeitswelt zu den Lebensbereichen gehört, in denen am meisten Diskriminierungen stattfinden, dicht gefolgt vom Bereich Bildung.

Weitere Informationen:

Auswertungsbericht des Beratungsnetzes für Rassismusopfer

• Artikel "Beratungsnetz für Rassismusopfer veröffentlicht Auswertungsbericht 2017", erschienen am 9. Mai 2018 auf der Informationsplattform humainrights.ch

• Artikel" Hausse des incidents racistes", erschienen am 9. Mai 2018 in der Tageszeitung La Liberté

 

Woche gegen Rassismus 2018

Die dies jährige Freiburger Woche gegen Rassismus findet vom 17. bis 25. März unter dem Titel «Der andere Blick» statt. Der Titel ist eine Anlehnung an den Film «Le Regard de l'Autre» des Schauspielers und Regisseurs Stéphane Boschung,der den Film mit 11 Schülerinnen und Schülern im Alter von 9–15 Jahren an der Orientierungsschule Bulle gedreht hat. Nebst der Vorführung des Films im Rahmenprogramm des FIFF (nur auf Einladung) organisieren Vereine, Gemeinden und verschiedene Zentren für soziokulturelle Animation weitere Veranstaltungen.

 

Die Fachstelle für Rassismusbekämpfung veröffentlicht den Bericht "Rassistische Diskirminierung in der Schweiz"

10.10.2017

Der Bericht bietet eine umfassende Situationsanalyse der Lage in der Schweiz. Er präsentiert einen Überblick über die bestehenden Daten zur rassistischen Diskriminierung und über die Massnahmen, die auf Bundes-, Kantons- und Gemeindeebene sowie von Privaten umgesetzt werden.